Hitze verändert Medikamentenwirkung


Verstärkte Effekte, weniger Durst
Hitze verändert Medikamentenwirkung
Victoria 1/Shutterstock.com

Nicht nur die Hitze selbst macht chronisch Kranken verstärkt zu schaffen. Hohe Temperaturen können auch die Wirkung von eingenommen Medikamenten verändern oder verstärkt Nebenwirkungen auslösen. Doch welche Arzneistoffe sind in den heißen Tagen besonders gefährlich?

Verstärkte Wirkung, neue Nebenwirkungen

Vermindertes Durstgefühl und Blutdrucksenkung sind nur zwei der kritischen Nebenwirkungen, die manche Medikamente an heißen Tagen verursachen. Dabei kann es sich um die Verstärkung einer ursprünglich erwünschten therapeutischen Wirkung (bei den Blutdrucksenkern) oder um andere, bisher beim Patienten nicht beobachtete Nebenwirkungen handeln. Mit welchen unerwünschten Wirkungen man in Zeiten großer Hitze rechnen muss und welche Medikamente diese verursachen, hat die Deutsche Allianz Klimawandel & Gesundheit aufgelistet:

  • Verstärktes Hitzegefühl: Triptane (Migränemittel), Duloxetin (Mittel gegen Inkontinenz und neuropathische Schmerzen), Cyproteron (Androgenblocker, z. B. gegen Akne), Sertralin und Venlafaxin (Antidepressiva) oder Topiramat (Antiepileptikum)
  • Reduzierte Wahrnehmung einer Hitzeerschöpfung durch Sedierung: Beruhigungs- und Schlafmittel wie Benzodiazepine, manche Antihistaminika (Medikamente gegen Allergien), Antiepileptika oder auch dämpfende Antidepressiva
  • Erschöpfung durch verringerte Herzleistung: Betablocker
  • Verringertes Durstgefühl: Parkinsonmittel, ACE-Hemmer (Blutdrucksenker) und Neuroleptika
  • Verringertes Schwitzen und Erhöhung der Körpertemperatur: Amitriptylin (Antidepressivum), Oxybutynin (Mittel gegen Inkontinenz), Procyclidin (Medikament gegen Parkinson), Topiramat (Antiepileptikum) oder Chlorpromazin (Neuroleptikum)
  • Blutdrucksenkung: Blutdrucksenker wie z. B. Betablocker, Sartane oder ACE-Hemmer, trizyklische Antidepressiva und gefäßerweiternde Medikamente zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit wie Kalziumantagonisten oder Nitrate
  • Austrocknen oder Störung des Elektrolythaushaltes: Abführmittel, Wassertabletten (Diuretika)

Spezialfall Pflaster

Manche Wirkstoffe werden in Form von Pflastern verabreicht. Wird es jedoch heiß und die Durchblutung der Haut nimmt zu, steigt auch die Menge des aufgenommenen Wirkstoffs häufig um ein Vielfaches. Besonders kritisch ist das bei Schmerzpflastern mit Opiaten. Hier ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt gegensteuert und z. B. geringer dosierte Pflaster verordnet.

Nicht einfach selbst entscheiden!

Medikamente dürfen aber keinesfalls vom Patienten selbst angepasst werden, das ist Sache des behandelnden Arztes. Doch wer weiß, mit welchen Nebenwirkungen er bei Einnahme seiner Arzneimittel rechnen muss, kann diese schneller erkennen und Hilfe suchen. Außerdem ist es empfehlenswert, regelmäßig Blutdruck, Puls und gegebenenfalls auch den Blutzucker zu kontrollieren, um im Falle von Auffälligkeiten zum Arzt zu gehen.

Quelle: Deutsche Allianz Klimawandel & Gesundheit

Nutzen Sie auch...

...unseren
Arzneimittel-drive In!

 

News

Hitze verändert Medikamentenwirkung
Hitze verändert Medikamentenwirkung

Verstärkte Effekte, weniger Durst

Nicht nur die Hitze selbst macht chronisch Kranken verstärkt zu schaffen. Hohe Temperaturen können auch die Wirkung von eingenommen Medikamenten verändern oder verstärkt Nebenwirkungen auslösen. Doch welche Arzneistoffe sind in den heißen Tagen besonders gefährlich?   mehr

Nahrungsergänzung im Blick: Vitamin D
Nahrungsergänzung im Blick: Vitamin D

Sinn oder Unsinn?

Der Sommer steht vor der Tür – ideale Voraussetzungen also, um die Vitamin D-Speicher des Körpers zu füllen. Denn die Sonne hilft dem Körper, das Vitamin selbst herzustellen.  Wer sich darauf nicht verlassen will, hilft mit Nahrungsergänzungsmitteln nach. Doch ist das überhaupt notwendig?   mehr

Coronagefahr aus der Toilette?
Coronagefahr aus der Toilette?

Belastete Lüfte

Wo sich Menschenmengen sammeln, ist das Risiko einer Corona-Ansteckung erhöht. Doch jetzt wurde ein neues, eher einsames Risikogebiet identifiziert: Offenbar kann man sich auch auf dem stillen Örtchen das Virus einfangen.   mehr

Was tun bei einem Behandlungsfehler?
Was tun bei einem Behandlungsfehler?

Falsche Diagnose, falsche Therapie

Ärzte sind auch nur Menschen — und machen Fehler. Doch was ist zu tun, wenn ein Patient den Verdacht hat, falsch behandelt worden zu sein? Lesen Sie, wie und wo Betroffene im Falle eines möglichen Behandlungsfehlers Hilfe bekommen.   mehr

13 Schlaf-Mythen unter der Lupe
13 Schlaf-Mythen unter der Lupe

Von Bier bis Sport

5 Stunden Schlaf reicht für Erwachsene, unruhig schlafen ist ungesund, ein Bierchen am Abend lässt besser schlafen – was ist dran an diesen und anderen beliebten Schlaflegenden? Ein Expertenteam schafft Klarheit.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Ratgeber Thema im Juli

Fieber bei Babys und Kleinkindern

Fieber bei Babys und Kleinkindern

Richtig messen, richtig reagieren

Auch wenn Fieber im Kindesalter häufig vorkommt, ist für Eltern der fiebernde Nachwuchs jedesmal wie ... Zum Ratgeber
Hansa-Apotheke
Inhaber Nazir Al-Hashime Saleh
Telefon 04202/49 00
Fax 04202/8 33 47
E-Mail alhashime@yahoo.de